Weshalb es sich lohnt, schon im Vorfeld auf Qualität zu achten
Beim diesjährigen Sempernopernball in Dresden konnte die amerikanische Popsängerin LaToya Jackson am 15. Januar 2010 für ihren verstorbenen Bruder Michael einen Preis entgegennehmen. Wie bei derartigen Preisen üblich, folgte auf die Preisverleihung eine kurze Dankesrede. Im Rahmen der Live-Übertragung der Veranstaltung wurde diese Dankesrede im Fernsehen von einem Simultandolmetscher übersetzt – wobei die Verwendung des Begriffs "Dolmetscher" in diesem Zusammenhang geradezu eine Beleidigung für den Berufsstand ist.Unter den folgenden Internet-Adressen ist ein kurzer Clip von der Preisverleihung inklusive Übersetzung zu sehen und zu hören:
http://www.youtube.com/watch?v=rbOX-EIR51A
http://www.cartoonland.de/archiv/latoya-jackson-und-der-dolmetscher
Beim zweiten Link kann sogar in einem Transkript die von dem Dolmetscher gelieferte Übersetzung nachgelesen werden.
Wenngleich nach einem derartiger Vorfall Hohn und Spott über den gesamten Berufsstand der Simultandolmetscher hereinbrechen, beweist diese Episode wieder einmal, dass es mehr als sinnvoll ist, sich im Vorfeld einer Veranstaltung Gedanken über die angebotene Dolmetschqualität zu machen. Denn es gibt sehr wohl Simultandolmetscher, die solche Situationen so souverän meistern, dass der TV-Zuschauer bei der Übersetzung gar das Gefühl hat, dem Original zuzuhören.
