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Muskatnüsse zum Nachdenken

Sicherlich könnte man "food for thought" wörtlich mit "Futter für die Gedanken" übersetzen. Und ein geneigter Zuhörer käme nach kurzem Überlegen bestimmt auch darauf, was damit gemeint ist. Aber als echte Redewendung ist dieser Ausdruck in der deutschen Sprache eindeutig nicht bekannt. Da wäre es schon angemessener, von "Denkanstößen" zu sprechen, oder auch von "neuen Anregungen", die man vermittelt. Je nach Zusammenhang will man ja auch nur jemandem zum Nachdenken bringen, wenn man ihm "food for thought" vorsetzt.

Aus dem Bereich Ernährung kommt auch ein Begriff, der in abgewandelter Form in der Fußballsprache verwendet wird und eine interessante Geschichte aufweist: "nutmeg" ist einerseits die Muskatnuss. Im Fußball jedoch wird dieses Wort in seiner Verbform ("to nutmeg") im Sinne von "tunneln", also "den Ball durch die Beine des Gegners spielen" verwendet.

Für die Herkunft dieser sprachlichen Verwendung gibt es zwei interessante Theorien: Die erste ist nicht ganz salonfähig und bezieht sich darauf, dass im englischen Slang mit den "nuts" die männlichen Geschlechtsorgane bezeichnet werden. Und von dort ist der gedankliche Schritt zu "to nutmeg" als "tunneln" nicht mehr weit.

Die zweite, etwas überzeugendere Theorie ist geschichtlicher Art: So gab es im 19. Jahrhundert einen florierenden Handel mit Muskatnüssen zwischen USA und England. Dabei versuchten findige US-Exporteure, mit Hilfe kleiner Nuss-Attrappen aus Holz, die sie unter die echten Muskatnüsse mischten, ans schnelle Geld zu kommen. Und diejenigen Käufer, die auf diese Weise übers Ohr gehauen wurden, wurden im Englischen "nutmegged". Diese Herleitung impliziert eine gewisse Dummheit des Düpierten bzw. Cleverheit des Ausführenden – genau so, wie man ja auch im Fußball denjenigen Spieler mit einem mitleidigen Lächeln bedauert, der getunnelt wurde.

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